Herbst-Checkliste: So bereiten Sie Holz rund ums Haus auf den Winter vor

 

Der Herbst ist die ideale Zeit, um zu überprüfen, in welchem Zustand sich die Holzelemente rund ums Haus befinden. Terrasse, Pergola, Zaun, Gartenmöbel oder Holzfassade haben mehrere Monate Sonne, Regen und Temperaturschwankungen hinter sich und vor dem Winter lohnt es sich, ihnen etwas Aufmerksamkeit zu schenken.

Holz auf den Winter vorzubereiten bedeutet dabei nicht automatisch, alles neu zu streichen. Manchmal reicht es aus, die Oberfläche gründlich zu reinigen, in anderen Fällen ist ein Pflegeanstrich sinnvoll und beschädigte Flächen können bereits eine gründlichere Renovierung erfordern.

Wie erkennen Sie, was Ihr Holz wirklich braucht und was Sie besser noch vor dem Einsetzen von kaltem und feuchtem Wetter erledigen sollten?

Warum es sich lohnt, Holz vor dem Winter zu kontrollieren

Holz im Außenbereich ist im Laufe des Jahres Sonneneinstrahlung, Wasser, Temperaturschwankungen und biologischen Einflüssen ausgesetzt. Frost allein ist dabei nicht das einzige Problem. Eine besonders große Rolle spielt Feuchtigkeit und deren wiederholte Veränderung.

Holz ist ein hygroskopisches Material und nimmt je nach Umgebungsbedingungen Feuchtigkeit auf und gibt sie wieder ab. Damit hängen auch das Quellen und Schwinden des Holzes zusammen. Eine hochwertige Oberflächenbehandlung verlangsamt diese Veränderungen und reduziert das Eindringen von Wasser, kann sie jedoch nicht vollständig verhindern. Bei Holz im Außenbereich sind deshalb langfristig nicht nur die Wahl des richtigen Anstrichs, sondern auch der konstruktive Holzschutz und eine regelmäßige Kontrolle der Oberfläche wichtig.

Gerade die Herbstpflege kann kleinere Schäden aufdecken, bevor das Holz im Winter zusätzlich durch Feuchtigkeit, Schnee oder wiederholtes Gefrieren und Auftauen von Wasser im Bereich der Konstruktion belastet wird.

1. Beginnen Sie mit einer gründlichen Kontrolle

Bevor Sie zum Pinsel greifen, gehen Sie alle Holzelemente im Außenbereich ab und sehen Sie sie sich genau an.

Achten Sie vor allem auf:

  • Risse und mechanische Beschädigungen
  • abblätternde oder rissige Anstriche
  • deutliches Ausbleichen oder den Verlust des ursprünglichen Farbtons
  • Vergrauung des Holzes
  • grüne Beläge, Algen oder andere Verschmutzungen
  • Stellen, an denen sich langfristig Wasser sammelt
  • Stirnseiten der Bretter und Schnittkanten
  • Verbindungen, Bereiche um Schrauben und andere Metallelemente
  • untere Teile von Konstruktionen in Bodennähe

Besondere Aufmerksamkeit sollten Sie waagerechten Flächen wie Terrassen, Treppen oder den oberen Teilen von Geländern schenken. Sie sind stärker Wasser und häufig auch mechanischer Belastung ausgesetzt. Bei Terrassen empfehlen Hersteller beispielsweise, den Zustand der Oberfläche mindestens einmal jährlich zu kontrollieren und bei Bedarf einen Pflegeanstrich vorzunehmen.

2. Reinigen Sie das Holz zuerst

Die Herbstvorbereitung des Holzes auf den Winter sollte fast immer mit einer Reinigung beginnen.

Entfernen Sie Laub, Staub, Pollen, Erde und andere Verschmutzungen von der Oberfläche. Vergessen Sie bei Terrassen auch die Zwischenräume zwischen den Dielen und Stellen nicht, an denen sich organisches Material und Feuchtigkeit sammeln können.

Wenn sich auf der Oberfläche grüne Beläge, Moos oder andere biologische Verschmutzungen befinden, empfiehlt sich ein dafür geeignetes Reinigungsmittel. Vergrautes Holz kann vor der Renovierung außerdem mit einem passenden Holz-Entgrauer behandelt werden. Erst eine saubere Oberfläche zeigt Ihnen außerdem den tatsächlichen Zustand des ursprünglichen Anstrichs.

Lassen Sie das Holz nach einer Nassreinigung vor der weiteren Behandlung gründlich trocknen.

3. Entscheiden Sie, ob der Anstrich überhaupt erneuert werden muss

Ein häufiger Fehler ist die Annahme, dass der Schutz des Holzes vor dem Winter bedeutet, jedes Jahr alles vollständig neu zu streichen.

Wenn der vorhandene Anstrich fest haftet, nicht abblättert und sich die Oberfläche weiterhin in gutem Zustand befindet, ist eine umfangreiche Renovierung möglicherweise nicht notwendig. Bei einigen ölbasierten Systemen genügt bei der Pflege beispielsweise ein einzelner Auffrischungsanstrich auf der sauberen Oberfläche.

Anders sieht es aus, wenn:

  • der Anstrich abblättert oder reißt
  • unbehandelte Stellen sichtbar sind
  • die Schutzschicht deutlich abgenutzt ist
  • das Holz stark vergraut ist
  • die Oberfläche unterschiedlich stark saugt
  • Wasser leicht in das Holz eindringt

In diesem Fall empfiehlt es sich in der Regel, beschädigte Schichten zu entfernen, die Oberfläche bei Bedarf abzuschleifen und anschließend mit einem geeigneten System neu zu behandeln.

4. Überstreichen Sie einen alten beschädigten Anstrich nicht ohne Vorbereitung

Ein neuer Anstrich ist nur so gut wie der Untergrund darunter.

Lose, rissige oder abblätternde Teile des alten Anstrichs müssen deshalb entfernt werden. Verwittertes Holz sollte bis auf eine gesunde und tragfähige Oberfläche abgeschliffen werden. Gut erhaltene ältere Anstriche werden dagegen üblicherweise lediglich gereinigt und je nach verwendetem System leicht angeschliffen.

Entfernen Sie nach dem Schleifen gründlich den Staub vom Holz.

Achten Sie auch auf Risse, Kanten und Stirnseiten des Holzes. Gerade Stirnholz nimmt besonders leicht Feuchtigkeit auf und kann deshalb einen speziellen Schutz mit einem geeigneten Produkt benötigen. Remmers empfiehlt beispielsweise bei Konstruktionen im Außenbereich, Schnitt- und Stirnflächen gezielt vor Feuchtigkeit zu schützen.

5. Eine Imprägnierung ist nicht automatisch bei jedem Herbstanstrich notwendig

Eine Imprägnierung kommt vor allem bei Systemen zum Einsatz, bei denen weniger widerstandsfähige Holzarten vorbeugend beispielsweise vor Pilzen, Bläue oder holzzerstörenden Insekten geschützt werden müssen.

Das bedeutet jedoch nicht, dass sie bei jedem Auffrischungsanstrich aufgetragen werden muss.

Wenn Sie eine bereits behandelte Oberfläche renovieren und die ursprüngliche Schutzschicht noch funktioniert, richten Sie sich nach den Empfehlungen des jeweiligen Beschichtungssystems. Imprägniermittel werden in der Regel auf sauberes, unbehandeltes oder erneut freigelegtes Holz aufgetragen, wenn das jeweilige System dies erfordert. Hersteller geben den Einsatz einer Imprägnierung deshalb entsprechend der Holzart und der konkreten Konstruktion an und nicht automatisch vor jeder weiteren Schicht.

6. Wählen Sie den Anstrich passend zu dem Holz, das Sie behandeln

Eine Universallösung für alle Holzelemente im Außenbereich gibt es nicht. Eine Terrasse, die jeden Tag begangen wird, ist anderen Belastungen ausgesetzt als beispielsweise die senkrechte Wand eines Gartenhauses.

Terrassen und Holzböden im Außenbereich

Für Holzterrassen werden vor allem Terrassenöle und Produkte für Terrassen verwendet, die für mechanisch beanspruchte Flächen im Außenbereich bestimmt sind. Ein Pflegeanstrich ist in der Regel einfacher als eine komplette Renovierung, wenn er rechtzeitig durchgeführt wird.

Pergolen, Zäune und Gartenhäuser

Je nach gewünschter Optik können beispielsweise eine geeignete Öl-Lasur, ein Ölanstrich oder eine für den Außenbereich geeignete deckende Farbe verwendet werden. Wichtig ist, den Zustand des ursprünglichen Anstrichs und die Kompatibilität der einzelnen Schichten zu berücksichtigen.

Gartenmöbel

Für Gartenmöbel werden häufig Außenöle verwendet. Wenn Sie die Möbel über den Winter unter einem Dach lagern können, reinigen Sie sie zunächst und lassen Sie sie vollständig trocknen. Bei Möbeln, die draußen bleiben, lohnt es sich, vor dem Winter vor allem waagerechte Flächen, Verbindungen und Schnittkanten zu kontrollieren.

7. Streichen Sie kein feuchtes Holz

Eine der wichtigsten Regeln ist einfach: Ein Anstrich gehört auf ausreichend trockenes Holz.

Die konkrete maximal zulässige Holzfeuchte kann je nach Produkt und Konstruktion variieren. Bei vielen gängigen Außenanstrichen geben Hersteller eine maximale Holzfeuchte von etwa 18 % an. Bei maßhaltigen Bauteilen wie bestimmten Fenstern und Türen können die Anforderungen noch strenger sein.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob das Holz ausreichend trocken ist, hilft ein einfaches Holzfeuchtemessgerät.

Das Streichen eines feuchten Untergrunds kann die Haftung des Anstrichs verschlechtern, die Trocknungszeit verlängern und die Lebensdauer der Schutzschicht negativ beeinflussen.

8. Wann ist die Zeit für die letzten Außenanstriche der Saison?

Auf die Frage „Bis wann kann man draußen streichen?“ gibt es kein allgemein gültiges Datum.

Entscheidend ist nicht der Kalender, sondern das Wetter und die vom Hersteller des jeweiligen Produkts vorgegebenen Bedingungen.

Die Anforderungen können sich je nach Produkt unterscheiden. Einige Außenanstriche von Osmo verlangen bei der Verarbeitung beispielsweise eine Temperatur von mindestens +10 °C, während bei bestimmten Systemen von Remmers der empfohlene Bereich erst bei +15 °C beginnt. Niedrige Temperaturen und eine hohe Luftfeuchtigkeit verlängern gleichzeitig die Trocknungszeit deutlich.

Der September eignet sich deshalb häufig sehr gut für die letzten größeren Pflegearbeiten, verlassen Sie sich jedoch nicht nur auf die Tagestemperatur. Berücksichtigen Sie auch die Temperaturen während der Nacht, Morgentau und die Wettervorhersage für die folgenden Stunden.

Wählen Sie zum Streichen einen Zeitraum, in dem:

  • das Holz ausreichend trocken ist
  • es nicht regnet und auch während der Trocknung kein Regen erwartet wird
  • die Temperatur von Luft und Untergrund den Angaben im technischen Merkblatt des Herstellers entspricht
  • kein früher Frost droht
  • die Oberfläche während des Trocknens nicht über längere Zeit durch Tau feucht wird
  • ausreichend Zeit zum Trocknen der einzelnen Schichten vorhanden ist

Wenn der Herbst bereits dauerhaft kaltes und feuchtes Wetter mit sich bringt, ist es besser, die Renovierung zu verschieben, als den Anstrich unter ungeeigneten Bedingungen aufzutragen.

9. Denken Sie auch an den konstruktiven Holzschutz

Auch der beste Anstrich kann eine Konstruktion, in der sich ständig Wasser sammelt, langfristig nicht ausgleichen.

Prüfen Sie deshalb bei der Herbstkontrolle, ob:

  • Wasser ungehindert von der Konstruktion ablaufen kann
  • das Holz nicht dauerhaft Kontakt mit dem Erdreich hat
  • die Zwischenräume zwischen den Terrassendielen nicht verstopft sind
  • sich kein Wasser in Ecken und Verbindungen sammelt
  • Dachrinnen oder andere Elemente zur Wasserableitung nicht beschädigt sind
  • Gartenmöbel nicht dauerhaft im Wasser stehen

Bei Holz im Außenbereich gehört die Begrenzung einer langfristigen Feuchtigkeitsbelastung zu den wichtigsten Voraussetzungen für eine lange Lebensdauer.

Herbst-Checkliste: Was sollten Sie vor dem Winter erledigen?

Bevor der Winter kommt, gehen Sie diese einfache Liste durch:

  1. Überprüfen Sie den Zustand des Holzes und des vorhandenen Anstrichs.
  2. Entfernen Sie Laub, Staub und andere Verschmutzungen.
  3. Reinigen Sie grüne Beläge und entgrauen Sie vergrautes Holz bei Bedarf.
  4. Lassen Sie die Oberfläche vollständig trocknen.
  5. Entfernen Sie abblätternde und nicht tragfähige Teile des alten Anstrichs.
  6. Kontrollieren Sie Risse, Stirnseiten, Kanten und Stellen, an denen sich Wasser sammelt.
  7. Entscheiden Sie, ob eine Pflege ausreicht oder eine vollständige Renovierung notwendig ist.
  8. Wählen Sie den Anstrich entsprechend dem jeweiligen Holzelement und der vorhandenen Oberflächenbehandlung.
  9. Kontrollieren Sie vor der Anwendung Temperatur, Holzfeuchte und Wettervorhersage.
  10. Beachten Sie das technische Merkblatt des jeweiligen Produkts.

Eine gute Vorbereitung ist vor dem Winter wichtiger als eine dicke Anstrichschicht

Holz vor dem Winter zu schützen bedeutet nicht, möglichst viel zusätzlichen Anstrich aufzutragen. Viel wichtiger ist es, die Oberfläche sauber zu halten, beschädigte Stellen rechtzeitig zu erkennen, eine langfristige Wasserbelastung zu verhindern und den Schutz dort zu erneuern, wo dies tatsächlich notwendig ist.

Durch regelmäßige Kontrollen können Sie Probleme außerdem frühzeitig erkennen. Eine kleinere Pflegemaßnahme ist in der Regel einfacher als die Renovierung eines Anstrichs, der bereits abblättert und unter dem das Holz deutlich verwittert ist.

Und wenn Sie die Auffrischung noch im Herbst durchführen möchten, achten Sie nicht nur auf das Datum im Kalender. Für ein hochwertiges Ergebnis sind immer geeignete Bedingungen, trockenes Holz und ein richtig vorbereiteter Untergrund entscheidend.